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Lutherstadt Eisleben

Deutschland

Lutherstadt Eisleben

„Von daher bin ich“

Die Lutherstadt Eisleben liegt im Mansfelder Land westlich von der Universitätsstadt Halle und gehört zum Bundesland Sachsen-Anhalt. Die Stadt ist vor allem bekannt als Geburts- und Sterbeort Martin Luthers. Die Luthergedenkstätten, zu denen das Geburtshaus zusammen mit dem Museum „Luthers Sterbehaus“ gehören, sind 1996 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt worden.

Im Spätmittelalter bildete der Abbau von Kupfererz die Grundlage für den Reichtum sowohl der Stadt als auch der Mansfelder Grafen. Dass sich Luthers Geburt und Sterben in ein und derselben Stadt ereigneten, war eher ein Zufall. Martin Luthers Mutter Margarete Lindemann war Ende 1483 hochschwanger, als sie in Begleitung ihres Ehemanns Hans Luder nach Eisleben kam. Ihr Mann suchte damals in der Stadt mit den immerhin 4000 Einwohnern einen neuen beruflichen Anfang im Bergbau. Dabei erwies sich dann Eisleben aber nur als Zwischenstation; der dauerhafte Wohnort sollte Mansfeld werden.

Am Abend des 10. November 1483, nach 23 Uhr, wurde Martin geboren, im Haus der heutigen Lutherstraße 15. Es war mutmaßlich das zweite Kind von Hans und Margarete. Martin, am 11.  November in der nahegelegenen St. Petri-Pauli-Kirche auf den Namen des Tagesheiligen getauft, sollte sich später mit 34 Jahren vom Beginn des Ablassstreites an in Aufnahme des griechischen Wortes für Freiheit (Eleutheria) Luther nennen. Ein halbes nach Geburt und Taufe, im Sommer 1484, zog die Familie nach Mansfeld, wo Hans Luder zunächst eine Stelle als Hüttenmeister antrat und später zum Montanunternehmer aufstieg.

In seine Geburtsstadt kam Luther später immer wieder aus verschiedenen Anlässen. In der Zeit seines Ordensamtes als Provinzvikar der Augustiner (1515-1518) weihte er 1516 das neu errichtete St. Annenkloster und die St. Annenkirche ein. Die Kirche, die heute zu den schönsten Renaissancekirchen Mittedeutschlands zählt, wurde unter Luthers Einfluss in der Reformation zu ersten evangelischen Predigerkirche in der Grafschaft Mansfeld. Die Reformation führte der Mansfelder Graf Albrecht VII., ein Freund Luthers, 1525 in Eisleben ein. An St. Annen wirkte später auch Pfarrer Martin Rinckart (1586-1649), der den Text zum berühmten Choral „Nun danket alle Gott“ dichtete.

Im Januar 1546 reiste Luther zuletzt in zwei Missionen nach Eisleben. Er war gebeten worden, in einem sich über Jahre hinziehenden Erbstreit unter den Mansfelder Grafen als Schlichter zu fungieren. Als Rechtsberater begleitete ihn der Freund und Weggefährte der Reformation Justus Jonas. Bereits durch Krankheit geschwächt, führte Luther dennoch die langwierigen Verhandlungen erfolgreich zu Ende. Außerdem unterzeichnete er noch am 16. Februar zusammen mit Justus Jonas die Stiftungsurkunde für die erste Lateinschule, das heutige Martin-Luther-Gymnasium.

Wenige Tage vor seinem Tod soll Luther gesagt haben: „Ich bin allhier zu Eisleben geboren und getauft; wie, wenn’s Gott schicket, dass ich auch hier stürbe!“ Am 18. Februar erlag Martin Luther den Folgen eines Herzinfarkts. Justus Jonas hielt am Tag darauf eine Leichenpredigt in der St. Andreaskirche, wo Luther zuletzt gepredigt hatte. Er begleitete auch die Überführung des Sarges nach Wittenberg, wo er unter der Kanzel der Schlosskirche beigesetzt wurde.

Die Lutherstadt Eisleben arbeitet seit Jahren sehr aktiv mit der Kirchengemeinde St. Andreas-Nicolai-Petri und der St. Annengemeinde zusammen. Wir pflegen aber nicht nur den Kontakt zu der evangelischen Kirche, sondern auch zu der katholischen Kirche und zu unserem Kloster in Helfta. Wir können zu Recht sagen, dass Ökumene in Luthers Heimatsstadt seit gut 25 Jahren gelebt wird. Jutta Fischer

Oberbürgermeisterin, Eisleben

Links

Lutherstadt Eisleben : www.eisleben.eu
Kirchengemeinde St. Andreas-Nicolai-Petri: www.kirche-in-eisleben.de
Kirchengemeinde St. Annen : www.kirche-eisleben-stannen.de
Kirchenkreis Eisleben Sömmerda: www.kirchenkreis-eisleben-soemmerda.de
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland: www.ekmd.de