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Reformationsstadt Erfurt

Deutschland

Erfurt

Die Geburtsstätte der Reformation

Erfurt ist die Landeshauptstadt des Freistaats Thüringen und zugleich die größte Stadt des Bundeslandes. Sie liegt am Südrand des Thüringer Beckens im Tal der Gera, einem Nebenfluss der Elbe.
Das monumentale Ensemble von Dom und Severikirche mit der über 500 Jahre alten „Gloriosa“, der größten frei schwingenden mittelalterlichen Glocke der Welt, die reichen Patrizier- und reizvollen Fachwerkhäuser sowie die vielen Kirchen und Klöster, die der Stadt den Beinamen das „thüringische Rom“ gaben, machen das 1275 Jahre alte Erfurt zu einem Bilderbuch der deutschen Geschichte.
Als wirtschaftliches, geistiges, kulturelles und politisches Zentrum Thüringens zog es in wechselvoller Geschichte große Persönlichkeiten nach Erfurt, darunter Erfurts „berühmtesten Sohn“ – Martin Luther.
Erfurt wurde für den jungen Luther zur geistigen Heimat. 1505 erlangte er an der Universität die Magisterwürde der philosophischen Fakultät. Den Überlieferungen nach soll ein schweres Unwetter unweit von Erfurt, am Lutherstein bei Stotternheim, den Anstoß dafür gegeben haben, dass er zum Dank für sein Überleben 1505 in das Augustinerkloster eintrat und Mönch wurde. Die Wende vom Jurastudenten zum Mönch markiert den abruptesten Einschnitt im Leben Luthers und das Ursprungsereignis einer Kausalkette, die zum Reformator Luther und zur lutherischen Reformation führte.
Die Intensität mit der Luther die mönchische Existenz im Augustinerkloster zu Erfurt durchlebte bzw. durchlitt, schufen letztendlich die existentiellen Wurzeln seiner Theologie und damit der Reformation. Seither gilt Erfurt als Geburtsstätte der Reformation – die Bedeutung der Stadt für die Reformationsgeschichte hat der ehemalige Pastor der Augustinerkirche, Rudolf Kohlschmidt, im sprachlichen Bild vom „Pflanzgarten der Reformation“ gefasst. Das Erleben der Stadt Erfurt durch Luther und sein Leben in der Stadt bilden das Fundament seines Handelns. Von hier nahm er seine Bildung und seinen zentralen Lebenskonflikt mit, der ihn antrieb und hier wurden seine grundlegenden Einstellungen zu Kirche und Gesellschaft in ihren Anfängen geformt. All diese Voraussetzungen flossen als vielfältige Impulse in sein Wirken ein.
Darüber hinaus zeigt sich die Bedeutung Erfurts als Reformationsstadt auch darin, dass die Stadt mit Beginn der reformatorischen Bewegung zum Dreh- und Angelpunkt für Prozesse wurde, die das gesellschaftliche Leben insgesamt betrafen und weit über die Stadtgrenzen ausstrahlten. Bereits 1530 gab es mit dem Hammelburger Vertrag eine Regelung, die ein friedliches Nebeneinander der römisch-katholischen und der evangelischen Bevölkerung ermöglichte und damit zur besonderen Geschichte Erfurts zählt.
In Erfurt finden sich noch viele Stätten, die den Geist Luthers und der Reformation atmen. An erster Stelle sei das Evangelische Augustinerkloster genannt, für das im Februar 2016 bei der UNESCO ein Erweiterungsantrag zur Aufnahme als Welterbe „Lutherstätten in Mitteldeutschland“ gestellt wurde. Die Georgenburse mit Gedenkstätte und Pilgerherberge, das ehemalige Hauptgebäude der alten Universität „Collegium maius“, der Dom, die Michaeliskirche, die Barfüßerkirche oder die Kaufmannskirche sind weitere Orte, die beredtes Zeugnis für die Bedeutung Erfurts als Reformationsstadt ablegen.

Der Bezug Erfurts zur Reformationsgeschichte liegt im Kern darin, dass Martin Luther als junger Mann hier wichtige geistliche Impulse empfangen hat, sowohl im Augustinerkloster als auch an der Erfurter Universität, weshalb wir auch von Erfurt als „Pflanzstätte der Reformation“ sprechen. Erfurt beteiligt sich aktiv im Rahmen der Lutherdekade. Für das Jahr 2017 planen wir beispielsweise eine große Ausstellung zu Luther und den Bettelorden. Andreas Bausewein

Oberbürgermeister, Stadt Erfurt

Links

Stadt Erfurt: www.erfurt.de
Veranstaltungen in Erfurt: www.erfurt.de/luther
Tourismus: www.erfurt-tourismus.de
Evangelischer Kirchenkreis Erfurt: www.kirchenkreis-erfurt.de
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland: www.ekmd.de