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Reformationsstadt Pau

Frankreich

Pau

Selbstbewusste Frauen gestalten die Kirche neu

In der Nähe zu Spanien, am Fuße der Pyrenäen und eine Autostunde von der Atlantikküste entfernt, genießt die Stadt Pau eine außergewöhnliche Lage. Die Stadt ist heute eine Touristenattraktion und ausgezeichnet als „Stadt der Kunst und Geschichte“. Pau ist Sitz der Präfektur Pyrénées-Atlantique. Pau ist zugleich die Hauptstadt des Béarn, das bis zum Anschluss an Frankreich im Jahr 1620 ein souveränes Fürstentum war.
Charakteristisch für den Reformationsprozess in der Vizegrafschaft Béarn war eine über die Städte Pau und Orthez sich ausbreitende reformatorische Bewegung, die von Seiten der Landesherrschaft gefördert wurde. Bereits seit Anfang der 1520er Jahre gewannen die reformatorischen Ideen mit der Verbreitung von Schriften Luthers Einfluss. Zur Schlüsselfigur für evangelische Reformen wurde vor allem der Hofkaplan von Margareta von Angoulême (1492-1549) Gérard Roussel (1500-1550). Margareta war die Schwester von König Franz I. von Frankreich und die Ehefrau von Heinrich II. von Albret, Titularkönig von Navarra und Vizegraf von Béarn.
Roussel hatte auf einer Station seiner ausgedehnten reformatorischen Wirksamkeit in Frankreich, während derer er immer wieder auch Verfolgungen ausgesetzt war, unter anderen den jungen Johannes Calvin kennengelernt. Auf seiner Flucht gelangte er schließlich an den Hof von Margareta. Er wurde 1536 Bischof von Oloron. Das Amt hatte er bis zu seinem Tod 1550 inne. Nach und nach führte er behutsam evangelische Reformen durch. Margareta war eine engagierte Förderin dieser Reformen, die realisiert wurden, ohne jedoch den offiziellen Bruch mit der römischen Kirche zu vollziehen.
Erst Jeanne d’Albret (1528-1572), die Tochter von Heinrich II. und Margareta, die 1555 auf den Thron folgte, vollzog den entscheidenden Schritt zur Einführung der Reformation. Sie berief den Schweizer Reformator Pierre Viret an den Hof von Pau und übertrug ihm die Aufgabe einer Reform des Kirchenwesens im Sinne des reformierten Protestantismus. So wurde die Erneuerung der Kirche im Béarn im Prozess der Religionskriege, die Frankreich über Jahrzehnte hin erschütterten, durchgeführt. Der entscheidende Schritt dazu war die in La Rochelle konzipierte und 1571 in Pau erlassene Kirchenordnung. Sie machte das Béarn zu einem reformierten Fürstentum nach dem Modell der »Ordonnances ecclésiastiques« des Stadtstaates Genf. Die Gotteshäuser wurden zu »temples«, die Finanzierung der Pfarrer wurde sichergestellt und eine Übersetzung der Psalmen in einer dem Okzitanischen verwandten Volkssprache entstand. Eine Akademie internationalen Formats wurde in Orthez geründet
Im Schloss von Pau wurde Heinrich von Bourbon, ein Sohn Jeanne d’Albrets, geboren, der später als König Heinrich IV. den französischen Thron bestieg. Die bedeutendste Aktion in seiner Regierungszeit war 1598 das Edikt von Nantes, das den Protestanten freie Religionsausübung sicherte. Im Jahr darauf erließ er für das Béarn das Edikt von Fontainebleau, das seiner Schwester Catherine von Bourbon, die unterdessen im Béarn die Herrschaft angetreten hatte, die Wiedereinführung des katholischen Kultus auferlegte. Bis 1620 konnte das protestantische Fürstentum seine Unabhängigkeit noch behaupten.
Die antireformatorische Grundtendenz der französischen Politik führte schließlich 1685 zur Widerrufung des Edikts von Nantes. Fortan war die Ausübung der reformierten Religion in Frankreich verboten. Im Béarn lebten die Protestanten ihren Glauben im Verborgenen. Diese Kirche im Untergrund bildete die Basis für die Wiederherstellung der protestantischen Kirchen im Béarn im Laufe des 19. Jahrhunderts.

La Ville de Pau, en partenariat avec l’Eglise réformée de Pau vient d’obtenir le label « Cité européenne de la Réforme ». Nous souhaitons saisir l’occasion du jubilé de la Réforme en 2017 pour mettre en valeur l’apport du protestantisme, son histoire, son patrimoine à Pau et dans la société d’aujourd’hui.
D’ores et déjà, le Centre d’Etudes du Protestantisme Béarnais s’est associé à notre démarche. Cette association historique entretient des relations privilégiées avec le Musée Jeanne d’Albret d’Orthez, l’Université de Pau et des Pays de l’Adour et la Société de l’Histoire du Protestantisme Français.
Nous souhaitons proposer une dynamique de manifestations, réflexions et d’échanges tout au long de l’année 2017, dans un cadre largement ouvert à tous, protestants ou non-protestants, palois ou non palois. Nous espérons faire de cette commémoration l’occasion de rencontres nouvelles.

Ines Poisson

Présidente du conseil presbytéral, Eglise réformée de Pau

Links

Stadt Pau: www.pau.fr
Eglise réformée de Pau : www.eglise-reformee-de-pau.org
Eglise protestante unie de France: www.eglise-protestante-unie.fr